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Kreatives

Keine Diskussion mehr um die Rückkehr ins Büro?

In letzter Zeit hört man vermehrt von Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden konsequent zurück ins Büro beordern. Ist das sinnvoll?

Die Diskussionen um die Rückkehr ins Büro und die Arbeit aus den eigenen vier Wänden halten an. Einige Unternehmen versprachen ihren Mitarbeitenden in der Vergangenheit Freiheiten in der Wahl von Arbeitsort- und Zeit, rudern nun allerdings wieder zurück. Die während der Pandemie geltende Homeoffice-Regelung lief ohnehin bereits im Februar aus. 

Wie sieht die derzeitige Situation aus?

In letzter Zeit wurde über die Office-Situation insbesondere großer Tech-Unternehmen diskutiert. Tesla forderte bereits im letzten Jahr mit einer strengen Mail zur regelmäßigen Rückkehr ins Büro auf. 

Dell, Google und Co.

Auch die Führungsetage von Dell sagte zu Beginn der Pandemie ein künftiges, neues Verständnis von Arbeit voraus. Der Vizevorsitzende und COO des Unternehmens Jeff Clarke ging Ende 2020 noch davon aus, dass in Zukunft 60 Prozent der Angestellten vollständig aus dem Homeoffice beziehungsweise lediglich an ein bis zwei Tagen in der Woche im Büro arbeiten würden. Dabei betonte er, dass sich Arbeit nicht durch den Ort oder die Zeit definiere. Auch der CEO Michael Dell erläuterte noch im letzten Jahr, dass der starke Fokus auf das traditionelle Büro und vorgegebene Arbeitszeiten zur Förderung der Zusammenarbeit und Gemeinschaft seiner Erfahrung nach nicht der richtige Ansatz sei. Nun aber sollen Mitarbeitende bei Dell , deren Fahrtweg nicht mehr als eine Stunde beträgt, an mindestens drei Tagen der Woche wieder zurück ins Büro kehren. Mitarbeitende, die während der Pandemie unter der Bedingung von Fernarbeit eingestellt wurden und nicht in der Nähe der Arbeitsstätten wohnen, stellt dies vor Herausforderungen. Dell gewährt der Belegschaft demnach eine Übergangszeit und lässt die Mitarbeitenden die Tage mit Anwesenheit im Büro selbst wählen. Dennoch zählt das Unternehmen zu einer ganzen Reihe von Konzernen, welche ihre einst liberale Anwesenheitspolitik umdenken. 

Zu diesen Unternehmen zählt auch Google. Bereits seit April letzten Jahres herrscht in dem Konzern eine dreitägige Büropflicht, welche von der Belegschaft bislang jedoch nicht wirklich ernst genommen wurde. Laut Washington Post seien auch in der Firmenzentrale noch immer regelmäßig Schreibtische verwaist. Um den Übergang zurück ins Büro zu erleichtern, bietet Google seinen Mitarbeitenden noch bis Ende diesen Monats einen Rabatt für das Hotel auf dem Firmencampus. 

Auch Meta kündigt an, dass Mitarbeitende mit Zugang zu einem Büro mindestens drei mal in der Woche anwesend sein müssen. Verstöße würden zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen. Die Anwesenheit der Belegschaft wird durch das Unternehmen überwacht. 

Besonders überraschend...

Insbesondere der Sinneswandel des Videokonferenzdienst Zoom mag überraschen. Während das Unternehmen im letzten Jahr davon berichtete, dass ein Anteil von weniger als zwei Prozent der Beschäftigten vor Ort im Büro arbeiteten, sollen die Mitarbeitenden, welche im Umkreis von 80 Kilometern um Bürogebäude wohnen, nun für mindestens zwei Tage der Woche an den Büroschreibtisch zurückkehren. Der Grund für die Rückkehr ins Büro liegt in der - so wahrgenommenen, geringeren Innovationskraft und Diskussionsfähigkeit von Mitarbeitenden aus dem Homeoffice und darin, dass sich über Videochat weniger leicht Vertrauen zwischen neuen Mitarbeitenden aufbauen ließe. Das klingt widersprüchlich, ist Zoom doch maßgeblich beteilitgt an der Entwicklung hin zur Remote-Arbeit. 

Warum stehen manche Konzerne in der Kritik?

Die zumindest zeitweise verpflichtende Rückkehr ins Büro ist per se nichts ungewöhnliches. Aktuell stehen jedoch einige Konzerne und deren Geschäftsführer für die Kommunikation und Umsetzung rund um die Anwesenheitspflicht in der Kritik. So wurde im letzten Jahr noch betont, dass man Mitarbeitende nicht zwingen würde, in die Büros zurückzukehren. Ein knappes Jahr später sieht es dagegen ganz anders aus. Mancherorts wird argumentiert, dass die Mitarbeitenden im Homeoffice weniger produktiv seien und  interne Analysen dies auch beweisen würden, welche jedoch nicht veröffentlicht wurden. Diese Intransparenz verärgert zahlreiche Beschäftigte.

Wie in vielen anderen Unternehmen sollen die Mitarbeitenden an mehreren Tagen in  der Woche in Unternehmen anwesend sein. Die Wahl der Tage obliegt in den öffentlich kritisierten Unternehmen nun aber nicht mehr den Mitarbeitenden und Teamleadern selbst, stattdessen werden sie festgelegt. Eine Berücksichtigung der Mitarbeitendenbedürfnisse und Arbeitsrhythmen der Teams scheint hier nicht von zentraler Bedeutung. Weiterhin forderte ein Vorgesetzer Mitarbeitende, die bislang remote tätig waren auf, in die Nähe der Bürostandorte umzuziehen, damit die Regelung der Anwesenheit weitflächig umzusetzen sei. 

Die undurchsichtige Kommunikation und scheinbar willkürliche Entscheidung der Geschäftsleitung lassen die Belegschaft eines Unternehmens aktiv werden. Petitionen mit bis 30 000 Unterschriften verdeutlichen den Ärger der Arbeitnehmenden. Kündigungen wurden öffentlich gemacht. Insbesondere in den sozialen Netzwerken sorgte die Entscheidung und das Verhalten des Konzerns für Aufsehen. 

Was sind die Gründe für eine Rückkehr ins Büro?

Zunächst einmal ist die Rückkehr ins Büro seit dem Ende der aktuen Gefahrensituation durch Corona nichts neues. Bereits Anfang des Jahres berichteten wir über das Ende der Homeoffice-Regelung. Dennoch sind noch immer zahlreiche Arbeitsplätze unausgelastet, da Mitarbeitende gerne aus dem Homeoffice heraus arbeiten. In diesem Beitrag lesen Sie dazu mehr. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Heimarbeit für zahlreiche Mitarbeitende Annehmlichkeiten und Vorteile bietet. Mehr Flexibilität und Zeit, weniger Pendeln, etc. Für einige Arbeitnehmende scheint eine Rückkehr ins Büro für eine feste Anzahl an Tagen zunächst abschreckend. Doch Unternehmen und Vorgesetzte haben gute Gründe für die geforderte Anwesenheit. Das Büro bietet vielen Beschäftigten weniger Ablenkung als die eigenen vier Wände. Ist kein Zimmer für die Heimarbeit vorhanden, kann dies schnell zu mangelnder Konzentration führen, wenn noch andere Familienmitglieder vor Ort sind. Weiterhin fällt der direkte Austausch zwischen Kolleg:innen leichter als der virtuelle. Die gemeinsame Arbeitszeit kann zudem die Innovationskraft fördern, oftmals entstehen durch den zwanglosen Austausch im Team kreative Ideen und Lösungsansätze. Insbesondere für neue Kolleg:innen bietet ein Onboarding-Prozess vor Ort echten Mehrwert. Viele Arbeitnehmende beklagten sich während der Pandemie außerdem über die Isolation im Homeoffice und begrüßen das Büro als Ort der sozialen Interaktion.

Inwiefern spielt die Arbeitswelt vor Ort eine Rolle?

Das Büro selbst ist ein guter Motivator um den Mitarbeitenden den Aufenthalt vor Ort so angenehm wie möglich zu gestalten. Eine Arbeitswelt deren Bereiche unterschiedliche Funktionen abdeckt, passt sich nicht nur den vielfältigen Aufgaben des Tagesgeschäfts an, sondern berücksichtigt auch die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeitenden. Ein Rückzugsort sorgt beispielsweise für konzentriertes Arbeiten, ein Treffpunkt fungiert als Initiator innovativen Austauschs. Kreativräume eignen sich weiterführend wunderbar als Meetingräume für kreative Problemlösung oder bewusste Ideenfindungen im Team. Neben der Funktionalität spielt ein anregendes Design natürlich auch eine große Rolle. Hier finden Sie einige Inspirationen moderner Arbeitswelten. Gerne beraten wir Sie auf Basis Ihrer Bedarfe für Ihre individuelle Arbeitswelt. 

Warum ist das Verhältnis von Führungskraft und Mitarbeitenden relevant?

Die regelmäßige Arbeit vor Ort bietet wie oben beschrieben durchaus einige Vorteile. Die Faktoren Kommunikation und Führungsverhalten spielen in der Umsetzung neben der Arbeitsplatzgestaltung jedoch ebenfalls eine zentrale Rolle. 

Mitarbeitende müssen mitsprechen dürfen

Das Führungsverhalten des Amazongeschäftsführers wurde von Mitarbeitenden und Führungskräften öffentlich kritisiert, die sich übergangen fühlten. Ihnen wurde die Fähigkeit abgesprochen selbst zu wissen, welche Art der Leistungserbringung für sie, das Team und die Zielerreichung am besten ist. Ihre Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen wurden in diesem Fall scheinbar nicht berücksichtigt. Dabei ist dies der Schlüssel zu einer zufriedenen Belegschaft, die produktiv und motiviert arbeitet und so letztlich auch das Unternehmen zum Erfolg führt. Mittels Mitarbeiterumfragen, Teammeetings und individuellen Feedbackgesprächen lässt sich die Stimmung innerhalb der Belegschaft einschätzen und darauf basierend eine gemeinsame Lösung finden. Dieser Prozess ist langwieriger, aber nachhaltig. Nur mittels einer transparenten und offenen Kommunikation lassen sich eventuelle Störungen beseitigen und Probleme aus dem Weg schaffen. Einen positiven Nebeneffekt dürfte das gute Employer Branding darstellen, welches sich durch das Mitspracherecht von Beschäftigten und das aktive Zugehen auf die Belegschaft durch das Unternehemen ergibt. 

Die Frage, ob Homeoffice oder Büro ist also auch eine Frage des Vertrauens und der Beziehung zwischen Belegschaft und Chefetage. Führungskräfte und Geschäftsleitung müssen die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden kennen und diese in die Entscheidungsfindung miteinbeziehen. Es gilt eine Balance zu finden zwischen Unternehmenszielen und der Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Im besten Fall verlaufen diese kongruent. 

Eine erzwungene Rückkehr in die Büroräume über die Köpfe der Betroffenen hinweg führt dagegen zu Demotivation und Widerstand. Die Belegschaft ist unzufrieden und das spiegelt sich in ihrer Leistung wieder. Hiervon hat keiner etwas gewonnen. 

Wie lässt sich die Situation lösen?

Nach wie vor bietet das Homeoffice für viele Arbeitnehmende Vorteile, auf welche sie nicht verzichten möchten. Aber auch die Arbeit vor Ort ist für gute Ergebnisse und einen verstärkten Teamzusammenhalt verantwortlich. Unternehmen, welche ihre Mitarbeitenden gerne wieder regelmäßig von den Büroräumlichkeiten aus arbeiten lassen möchten, sollten auf ein hybrides Modell setzen. Das hybride Arbeitsmodell vereint die Homeofficemöglichkeit mit der Anwesenheit vor Ort und ist mittlerweile in zahlreichen Unternehmen Alltag. In diesem Artikel gehen wir näher auf diese Form des Arbeitens ein. 

Im besten Fall geben Unternehmen nur den Rahmen für das Arbeiten aus dem Büro vor. Wichtige Meetings an welchen alle vor Ort teilnehmen werden im gemeinsamen Kalender vermerkt. Die übrige Ausgestaltung der Präsenztage obliegt den Mitarbeitenden selbst oder – in Absprache mit den Arbeitnehmenden, den Abteilungsleiter:innen. Unterstützt wird das hybride Arbeiten durch digitale Technologien. 

Was heißt das jetzt?

Das vollständige Remote-Arbeiten ist für viele Unternehmen auf lange Sicht nicht tragbar. Etwas zu optimistisch stellten manche während der Pandemie Mitarbeitende fernab der eigenen Bürogebäude ein, da es sich zu dieser Zeit anbot. Für diese Personen müssen nun individuelle Lösungen gefunden werden, die deren Bedürfnisse berücksichtigen und gleichzeitig die unternehmerischen Ziele im Blick behalten. Grunsätzlich behalten die oben genannten Tech-Konzerne Recht, wenn sie ihre Mitarbeitenden zurück ins Büro beordern möchten. So gibt es einige Faktoren, die sich nicht virtuell oder per Telefonat abbilden lassen. Der kreative Austausch, der Zusammenhalt im Team, die gegenseitige Unterstützung unter Kolleg:innen. All dies sind Aspekte, die die Unternehmenskultur ausmachen, zu einem gesunden Arbeitsklima beitragen und die Identifikation mit dem Arbeitgeber steigern. Angenommen wird die geplante Rückkehr ins Büro allerdings nur, wenn Mitarbeitende mitsprechen dürfen. Die Belegschaft kehrt gerne in ein inspirierendes, optimal eingerichtetes Büro mit gesunder Atmosphäre zurück. Harte Ansagen verhindern dagegen die Akzeptanz. 

Die Diskussionen, ob Homeoffice oder Arbeit vor Ort verstummen dank Arbeitsmodelle wie dem hybriden Office allmählich. Die Art der Umsetzung und die Kommunikation zwischen Führungsetage und Belegschaft gilt es jedoch weiterhin zu diskutieren und für eine faire Implementierung einzustehen. 

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