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Mental Load am Arbeitsplatz

Mental Load ist den meisten insbesondere im Rahmen von Haushaltstätigkeiten und Kindererziehung bekannt. Aber auch im Job kann Mental Load unseren Alltag bestimmen.

Was ist Mental Load?

Im Deutschen ist Mental Load mit mentaler Last oder Arbeit zu übersetzen. So umfasst der Begriff all die Arbeit die einen Haushalt oder im Hinblick auf die Arbeitswelt ein Team oder eine Organisation zusammenhält, aber nicht sichtbar ist. Vielmehr geht es um stilles Organisieren, Wahrnehmen von Bedürfnissen oder auch das Pflegen von Beziehungen. Dennoch benötigen auch diese Aufgaben einer Planung und vor allem Zeit. Die Summe dieser gedankliche Arbeit im Alltag formt sich zu einem Mental Load und kann Stress und Unbehagen verursachen.

Wie sieht Mental Load am Arbeitsplatz aus?

Im Privaten äußert sich Mental Load insbesondere im Hinblick auf die Führung von Haushalt, Erziehung der Kinder und so weiter. Doch auch am Arbeitsplatz gibt es Personen, welche die Verantwortung für unsichtbare Arbeiten übernehmen, die nicht zum Aufgabenfeld ihrer Stelle gehören. Insbesondere für den Teamzusammenhalt und das Wohlbefinden der Kolleg:innen tragen diese Mitarbeitenden bei. Das kann das Nachkaufen von Kaffee für das Work Café, die Spülmaschine der Büroküche ausräumen, die Abschiedskarte für die ehemalige Chefin von den Kolleg:innen unterschreiben lassen, oder das Organisieren eines Geburtstagsgeschenkes für den Kollegen umfassen. Aber auch organisationale Aufgaben, die der Produktivität der Abteilung dienen, können geplant beziehungsweise erledigt werden, ohne dass es jemand bemerkt.

Dazu zählen beispielsweise die Koordination von Terminen für Besprechungen, das Buchen und Vorbreiten eines Meetingraums inklusive dem Ordern passender Adapter für die Technik, die Abfrage des Status Quo in Projekten,,... Dafür sorgen, dass immer alles reibungslos abläuft und den gedanklichen Überblick zu behalten, kann sehr viel Energie kosten, ein Mental Load entsteht. Quantitativ sind diese Arbeiten nicht messbar und dennoch nehmen sie im Arbeitsalltag vieler Menschen einen großen Platz ein, ohne, dass diese Arbeitnehmenden sich die Aufgaben bewusst auf einer To Do Liste vermerken oder sie überhaupt in ihren Tätigkeitsbereich fallen. 

 

Warum bepacken wir uns mit Mental Load?

Doch warum übernehmen wir diese Aufgaben? Warum machen wir uns so viele Gedanken zu bestimmten Dingen? Ein Grund findet sich in der Erziehung. Anerzogenes Pflichtbewusstsein gibt uns auch als Erwachsene das Gefühl immer verantwortlich zu sein. Dies kann auch ins Negative umschwanken, etwa, wenn Sie sich direkt angesprochen fühlen, sollte ein Problem auftreten. Bevor etwas schief geht, übernehmen Sie die zu absolvierenden Tätigkeiten lieber selbst. Vielleicht ist Ihnen auch die Zufriedenheit anderer Menschen oder das Gefühl Ihren Kolleg:innen helfen zu können wichtig. Doch unabhängig der Ursache, gibt es eine Grenze für Zusatzleistungen, das Gedankenkarussell und Co.schließlich gilt es auch für private Dinge Kapazitäten frei zu haben. Nimmt Ihr Mental Load am Arbeitsplatz zu große Ausmaße, gilt es, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. 

Wie kann man den Mental Load beherrschen?

Insbesondere das Verborgenbleiben der scheinbar unsichtbaren Arbeit führt zu einer inneren Aufgewühltheit. Fehlende Kommunikation und Austausch über den individuellen Mental Load im Job kann sich in Groll und somit einer schlechteren Gruppendynamik äußern. 

Awareness

Innerhalb des Teams oder der Abteilung gilt es daher, zunächst ein Bewusstsein für die Thematik zu schaffen. Machen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer eigentlichen wöchentlich zu erledigenden Routine-Aufgaben und den Tasks, welche Sie freiwillig übernehmen beziehungsweise die Dinge, mit welchen Sie sich gedanklich beschäftigen, die aber über Ihr eigentliches Aufgabenfeld hinausgehen. 

Kommunikation

Vergleichen Sie Ihre Beobachtungen gerne mit Kolleg:innen. Haben Sie einen Überblick über die Aufgaben erhalten, die stillschweigend ausgeführt werden, können Sie sich diese untereinander aufteilen. Wer ist beispielsweise wann für das Aufräumen des Pausenraums verantwortlich? Wer sammelt das Geld für das Abschiedsgeschenk des Kollegen ein? Wer nimmt die Essenswünsche für die Weihnachtsfeier entgegen? Wer reserviert eine Besprechungsecke für die Fertigstellung eines Projektes? 

Kein Mädchen für alles

All diese vielfältigen Aufgaben dürfen nicht bei den immer gleichen Personen hängen bleiben. Schreiben Sie stattdessen einen Plan und halten Sie sich mit Ihrem Team daran. Wechseln Sie sich mit diesen zusätzlichen Aufgaben ab. Dies wird für Entschleunigung sorgen. 

Niemand ist perfekt

Sind Sie eine der Personen, welche über einen starken Mental Load klagt, könnte Ihnen eine Entfernung vom angestrebten Perfektionismus helfen. Sie sind nicht allein verantwortlich für die Projektarbeit und müssen daher auch nicht alleine in Ihrer Freizeit das Exposé auf Rechtschreibfehler untersuchen, neben Ihnen können auch andere an die Geburt des Kindes einer Kollegin denken, auch für das passende Geschenk müssen Sie nicht zwingend recherchieren. 

Loslassen

Versuchen Sie loszulassen, anderen Verantwortung abgeben und sich auch dann, wenn mal etwas schief geht, nicht verantwortlich zu fühlen – all diese Tätigkeiten und Überlegungen gehören nicht zu den Aufgaben für die Sie bezahlt werden und nehmen dennoch so viel Raum in Anspruch, ändern Sie dies. 

Klare Prioritäten setzen

Priorisieren Sie ganz klar die To Dos in Ihrem Kopf und streichen Sie all diejenigen, die für Ihren heutigen Arbeitstag weniger relevant sind. 

Brainstormen

Auch digitale Tools können hier helfen den Mental Load zu verringern. Mit einer gemeinsam geführten Liste für solche “außerberuflichen” Tätigkeiten im Job, können Sie mit dem Rest der Belegschaft brainstormen und Erledigungen aufteilen oder Ihre eigenen Gedanken veröffentlichen. 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Kontrollieren Sie den erfassten Mental Load für Ihren Arbeitsplatz regelmäßig. Ist dieser noch gerecht verteilt oder übernehmen Sie bereits wieder einen Großteil? In diesem Fall gilt es nachzujustieren. 

Rückzug

In Momenten in denen Ihnen gerade alles zu viel wird, kann es weiterhin helfen, sich im Büro an einen ruhigen Ort zurückzuziehen und einmal kurz abzuschalten. Ein Rückzugsbereich in der Arbeitswelt, an welchen keine Störgeräusche wie Telefonate oder Gespräche der Kolleg:innen gelangen. Nehmen Sie sich einige Minuten für sich, atmen Sie durch, kommen Sie zur Ruhe. Mit einem klaren Blick und geordneten Gedanken können Sie nun Ihre Aufgaben der Wichtigkeit nach abarbeiten. 

Gerne beraten wir Sie, wie Sie solche Rückzugsbereiche in Ihren Räumlichkeiten umsetzen können, um mit Hilfe der Umgebung den Mental Load am Arbeitsplatz zu verringern.

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