Lerntypen am Arbeitsplatz

Das Lernen hört mit dem Einstieg ins Berufsleben nicht auf. Weiterbildungen, die Einarbeitungen von neuen Mitarbeitenden oder Auszubildenden. Damit der Lernprozess möglichst effizient gestaltet werden kann, lohnt es sich die verschiedenen Lerntypen innerhalb der Belegschaft zu kennen.

Trends

Menschen können auf ganz unterschiedliche Art lernen. Bestimmte Methoden eignen sich für manche Personen besser, sie lernen dadurch schneller oder effizienter. 

Digitalisierung und Co. sorgen dafür, dass Angestellte sich stets weiter fortbilden und neue Fähigkeiten aneignen müssen. Software verändert sich, Prozesse entwickeln sich weiter. Aus diesem Grund sind Weiterbildungen der Belegschaft so wichtig. Führungskräfte sind verantwortlich dafür, das Wissen ihrer Mitarbeitenden zu erweitern. Auch älteren Angestellten sollte dabei die Möglichkeit auf eine Fortbildung nicht verwehrt bleiben. Relevant ist dann natürlich auch, dass das erworbene Wissen erhalten bleibt und Anwendung im Berufsalltag findet. Um die Mitarbeiter:innen optimal zu unterstützen, ist es hilfreich Wissen über die verschiedenen Lerntypen zu haben. So können Mitarbeiterschulungen abwechslungsreicher gestaltet werden und auch bei der Einarbeitung von neuen Kolleg:innen kann sich individuell auf das Gegenüber eingestellt werden. 

 

Diese Lerntypen gibt es

Man geht in der Regel von vier verschiedenen Lerntypen aus. 

Visueller Lerntyp

Der visuelle Lerntyp lernt grundsätzlich durch Abschauen am besten. Azubis können sich Aufgaben beispielsweise durch Zusehen der Vorarbeiter:innen aneignen. Für Mitarbeiter:innen dieses Lerntyps eignen sich beispielsweise auch frontale Schulungen mit Schaubildern, Mindmaps, etc. Um Informationen zu verstehen und sich gut einzuprägen, muss der visuelle Lerntyp zunächst einmal betrachten. Auch das farbliche Markieren bei Sachtexten hilft. Alternative Lernmethoden können für diesen Lerntyp beispielsweise auch Lernvideos sein. Eine aufgeräumte Umgebung ist eine gute Grundvoraussetzung für diese Personengruppe.

Typische Frage: “Können Sie mir das zeigen?”

Lerntipp: Eigene Mitschriften und Skizzen anfertigen. Wer noch etwas weiter gehen möchte, kann diese wieder sinnvoll zusammenfassen. Auch Karteikarten sind ein geeignetes Lernmittel für die visuellen Lerner:innen. 

 

Auditiver Lerntyp

Im Gegensatz zum visuellen Lerntyp lernt der auditive nicht durch Zusehen, sondern durch Zuhören. Dieser Lerntyp eignet sich Wissen vor allem durch Erklärungen an. Mündliche Erklärungen unterstützen und auch das längere Zuhören bei Vorträgen scheint kein Problem. Der Frontalunterricht ist für diesen Lerner oder diese Lernerin die richtige Methode. Lernen per Audio hilft den Personen dieses Lerntyps enorm. Dies können CDs oder Podcasts sein. Eine ruhige Umgebung ist besonders wichtig für die auditiven Lerner:innen. 

Typische Frage: “Können Sie mir das erklären?”

Lerntipp: Das Lernmaterial einmal selbst als Audiodatei aufnehmen und nach Bedarf immer wieder abspielen.

 

Kommunikativer Lerntyp

Der kommunikative Lerntyp lernt besonders dann, wenn Dinge besprochen werden. Haben diese Personen Wissen bereits visuell oder auditiv augenommen, können sie sich nun im weiteren ganz bewusst damit auseinandersetzen. Im Dialog können des Öfteren Nachfragen gestellt, Inhalte können wiederholt werden und so weiter. Diskussionsrunden und Gruppenarbeiten sind für diesen Lerntyp besonders sinnvoll, um das Wissen wirklich zu verinnerlichen.

Lerntipp: Gemeinsam lernen! Lerngruppen suchen oder auch Freunde und Familie miteinbinden. Versuchen Sie Ihnen die Inhalte zu erklären oder regen Sie zu einer Diskussion zum jeweiligen Thema an.

Kinästhetischer/motorischer Lerntyp

Angehörige dieses Lerntyps lernen insbesondere durch “Learning by doing”, das meint die Dinge auszuprobieren, anstelle der ausnahmslos frontalen Vermittlung des Wissens. In Schulungen lernt dieser praktisch veranlagte Typ insbesondere durch Praxisphasen. Neue Kolleg:innen oder Auszubildende können oft direkt schon aktiv werden und relevante Informationen nebenbei erhalten. 

Lerntipp: Bewegung unterstützt diese Lerntypen enorm. Beim Lernen im Raum auf und ab gehen, vielleicht einen kleinen Ball hochwerfen, etc.

Viele Personen können sich nicht nur mit einem Lerntypen identifizieren, sondern erkennen sich verrmutlich in mehreren wieder. 

Die Lerntypen treten selten in Reinform  auf. Dadurch, dass die meisten Arbeitnehmer:innen sich in unterschiedlicher Stärke mit unterschiedlichen Lerntypen identifizieren können, funktionieren für sie auch mehrere Methoden. Gute Schulungen bieten daher im besten Fall einen Mix unterschiedlicher Techniken, um alle Lerntypen anzusprechen und für Abwechslung zu sorgen. Eine Präsentation mit Schaubildern spricht beispielsweise gleichzeitig den auditiven und den visuellen Lerntypen an. Oft bietet sich auch im Vorfeld einer wichtigen Weiterbildung ein Test zu den Lerntypen an, so kann sichergestellt werden, dass man mit der Fortbildung alle abholt und anspricht und der Tag kann entsprechend vorbereitet werden.

 

Weitere Faktoren

Doch nicht nur die richtige Mehtodik für die jeweiligen Lerntypen entscheidet über den Erfolg der Wissensaneignung. Auch das Umfeld spielt eine große Rolle. Das Thema Ablenkung ist beim Lernen von besonderer Wichtigkeit und auch die Funktionalität von Räumen ist ein elementarer Faktor. Bereits das Fehlen ergonomischer Arbeitsmittel sorgt für Konzentrationsstörungen und vermindert die Lernfähigkeit. Nicht zu unterschätzen, insbesondere bei mehrtägigen Schulungen, ist auch die Verpflegung. Hochwertige Lebensmittel, die viel Energie geben, sind hier gefragt. 

 

Lerntypen fördern

Sie bereiten gerade eine Schulung vor oder sollen die neuen Azubis beziehungsweise Student:innen einarbeiten? Dann ist es sinnvoll zu wissen, wie man die unterschiedlichen Lerntypen fördern kann. Wie kann man auf sie eingehen, was erleichtert ihnen das lernen?

Der visuelle Lerntyp sollte mit Grafiken oder Handouts an neue Aufgaben herangeführt werden. Inhalte sollten für ihn anschaubar gemacht werden. Für den auditiven Lerntypen eignen sich vor allem Vorträge. Ihm erklären Sie die Sachverhalte am besten. Auch das Zusammenstellen geeigneter Podcasts ist hilfreich. Mit einer Liste an unterstützenden Lernvideos können Sie neben dem auditiven Lerntypen auch den visuellen unterstützen. Für den kommunikativen Lerntypen eignet es sich Meetings mit erfahrenen Kolleg:innen zu organisieren, mit denen sich der Lerntyp austauschen kann. Auch Diskussionen mit den Mitlerner:innen können hilfreich sein. Der motorische Lerntyp kann direkt in der Anwendung gefordert werden. Beschäftigen Sie ihn zunächst mit kleineren Aufgaben, bei welchen nicht viel “schief” gehen kann und führen Sie ihn dann allmählich an die größeren Aufgaben heran. Grundsätzlich bietet es sich an, durch eine abwechslungsreiche Tagesgestaltung jeden Lerntypen mit verschiedenen Methodiken anzusprechen. Wichtig ist es auch, individuell auf die Lernenden einzugehen. Ein passendes Training steigert die Motivation ungemein. Wo hakt es? Was hat die oder der Lernende noch nicht verstanden? Was für eine Person gut gelingt, kann für die andere Person die falsche Methodik sein. Achten Sie auf Ihre Lerngruppe, damit jede:r mitkommt.

Wir werden unser Leben lang damit konfrontiert, neue Dinge zu erlernen. Setzen Sie sich daher doch einmal bewusst mit den verschiedenen Lerntypen auseinander und versuchen Sie sich (in einigen) wiederzufinden. Wenn Sie dann während des Lernens auf die Bedürfnisse Ihrer Lerntypen achten, fällt Ihnen das Aneignen neuen Wissens sicher etwas leichter. Das Gleiche gilt für die Arbeit mit Ihren Auszubildenden oder den Mitarbeiter:innen innerhalb einer Fortbildung. Lernen Sie die unterschiedlichen Lerntypen zu erkennen und individuell auf diese einzugehen. 

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