Das Office an die Welt der Wissensarbeit anpassen

Unsere Arbeitswelt verändert sich fortlaufend und die sogenannte Wissensarbeit wird dabei immer wichtiger. Was ist Wissensarbeit und wie müssen Arbeitswelten gestaltet werden, um deren Anforderungen zu erfüllen?

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Wissensarbeit

1959 definierte der Ökonom Peter Drucker Wissensarbeiter:innenn erstmals als Berufstätige, welche für die Anwendung ihres erworbenen Wissens und nicht für eine körperliche Tätigkeit entlohnt werden. Wissensarbeit beschreibt heute geistige Tätigkeiten, die komplexe Arbeitsprozesse betreffen und stets das Aneignen von neuem Wissen erfordern. Dank diesem Wissen können Herausforderungen und Probleme gezielt angegangen und produktiv gelöst werden. Zusammengefasst bedeutet dies: Wissen wird als Arbeitsmaterial genutzt, Wissen wird verarbeitet und mit diesem Wissen wird ein Wert erzeugt. 

Das Arbeitsleben verändert sich. Die technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit führen zu immer mehr Automatisierungen im Arbeitsalltag. Das bedeutet im Gegenzug, dass der Anteil an Wissensarbeit immer größer wird. Das Wissen erhält einen immer höheren Stellenwert und qualifizierte Arbeiter:innen, welche sich aber auch stets weiterbilden und weiterentwickeln, sind gefragt wie nie.

   

Wissen ist ungebunden 

Wissen ist weder an Ort noch Zeit gebunden. Die Wissensarbeit selbst trägt daher zur Flexibilisierung unserer Arbeitswelt bei. Vertrauensarbeitszeit, Onlinemeetings, mobiles Arbeiten, Homeoffice – Schlagworte, die mit Wissensarbeit gut vereinbar sind. Wissensarbeit bedeutet zudem oft auch Einzelarbeit. Diese kann theoretisch zu jeder Tageszeit, an jedem Ort ausgeführt werden. Aber auch die Arbeit in kleineren Teams ist denkbar. Für den Austausch bietet sich der Videochat oder auch die Fahrt ins Büro an. Im Großen und Ganzen sind die Wissensarbeiter:innen doch sehr flexibel. So flexibel Wissensarbeit ausgeführt werden kann, so flexibel müssen auch die Arbeitnehmer:innen sein. Einmal erlangtes Wissen reicht in der Welt der Wissensarbeit nicht aus, stattdessen ist ein ständiges Weiterbilden und Dazulernen gefragt. Diese Bereitschaft ist in der Arbeitswelt von morgen unerlässlich. Es gilt, mit wechselnden Anforderungen Schritt zu halten. Kreativität und Intuition sind dabei die ständigen Begleiter.

 

Die Arbeitsumgebung

Nicht alle Arbeitsplätze sind optimal auf die Anforderungen der Wissensarbeit eingestellt. Komplexe Aufgaben die konzentrierte Einzelarbeit erfordern, können nur schwer neben einem Platz erfolgen, an welchem Kommunikationsaufgaben erledigt werden. Räumlichkeiten unterstützen verschiedene Aufgabentypen bisher noch zu wenig. Dabei bedeutet Wissensarbeit in der Regel höchste Konzentration oder eben den Austausch mit anderen Wissensarbeiter:innen. Dies sind die wesentlichen Faktoren und für diese gilt es, optimale räumliche Bedingungen zu schaffen. Das bedeutet Rückzugsorte zu bieten für Aufgaben, die einen starken Fokus benötigen und am besten im Stillen erledigt werden – ganz ohne Ablenkung, Begegnungsräume, wo sich Menschen austauschen und zusammenarbeiten können, wo es auch mal lauter sein darf, weil die Akustik passt und die Fläche sich so gänzlich von den Konzentrationsbereichen unterscheidet, aber auch Kreativzonen und Work Cafés zum ungezwungenen Finden von Ideen. Der Arbeitsbereich muss sich grundsätzlich den Bedürfnissen und Anforderungen der Mitarbeiter:innen anpassen – nicht umgekehrt. Darüberhinaus müssen sich die Arbeitsorte flexibel in unsere agile Arbeitswelt einfügen. Sind mehr Mitarbeiter.innen im Homeoffice, werden nicht mehr so viele feste Arbeitsplätze benötigt und es können Ressourcen eingespart werden. Sind dann doch wieder alle Mitarbeitenden für eine Konferenz vor Ort, gilt es die platzsparend eingelagerten Arbeitsmittel unkompliziert hervorholen zu können. Corona zeigte, wie wandelbar und auf äußere Einflüsse anpassbar Arbeitsumgebungen sein zu haben und auch die Wissensarbeit erfordert ein flexibles Einstellen auf externe, künftige Änderungen. Ein wichtiger Faktor in puncto Wissensarbeit ist der Zugriff auf alle relevanten Daten. Wird vor Ort im Office, von zu Hause aus oder mobil gearbeitet, benötigt die Belegschaft zum Erreichen ihrer Arbeitsziele Zugriff auf Statistiken, lokale Speicher, Unternehmens- und Kundendaten und das Intranet. Die Datensicherheit steht bei solchen Cloudlösungen natürlich an oberster Stelle. Auch das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten erleichtert den flexiblen Arbeitsalltag ungemein. So können Mitarbeiter:innen im Büro gemeinsam mit Kolleg:innen aus dem Homeoffice an Projekten arbeiten und sich stets über die nächsten Schritte austauschen. 

Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Die Wissensarbeit bietet durch ihre neuen technologischen wie organisatorischen Gestaltungsmöglichkeiten auch neue Gefährdungssituationen. Dazu zählen neben den physischen Belastungen insbesondere auch die psychischen Gefahren. Zu den körperlichen Gefährdungspotenzialen tragen vor allem nicht ergonomische Arbeitsbedingungen bei. Dies kann eine nicht auf den Körper angepasste Tisch-Stuhl-Kombination sein, ein falscher Blickwinkel auf den Laptop, blendendes Sonnenlicht und Co. Psychische Beschwerden entstehen dagegen durch eine unangemessene Arbeitsorganisation. Diese kann Zeitdruck beinhalten, eine hohe Arbeitslast, etc. Um Burn-Out oder Stress zu verhindern, muss der Arbeitsablauf so organisiert werden, dass sich beispielsweise Multitasking vermeiden lässt. Darüber hinaus steht eine transparente Kommunikation und gute Informationswege an oberster Stelle, gefolgt von möglichst wenigen Arbeitunterbrechungen, einem realistischen Pensum der Arbeit, einer gute Fehlerkultur und einem angenehmen Arbeitsumfeld. Der ressourcensteigernde und zugleich Belastung reduzierende Arbeitsschutz verteilt sich dabei auf alle Handlungsfelder der Arbeitsgestaltung.

 

Wissensarbeit sinnvoll unterstützen

Bei der Wissensarbeit darf nicht vergessen werden, dass Konzentrationsphasen und kreative Prozese sehr anstrengend sind und das Gehirn schnell ermüden. Die Regenerationsphasen kommen in vielen Arbeitsstellen jedoch oft zu kurz. Schließlich sollen die Leute “arbeiten und nicht rumhängen”. Dass Wissen nicht auf Knopfdruck entsteht und Pausen wiederum zur Kreativität beitragen haben viele Führungspersonen leider noch nicht verstanden. Dabei sind Rückzugsorte so wichtig, um wieder Kraft zu tanken, genauso wie ruhige Arbeitsorte erst den absoluten Fokus auf eine Aufgabe ermöglichen. Aber auch Kreativräume sorgen für einen anregenden Austausch sowie eine gute Ideenfindung und tragen so positiv zur Wissensarbeit bei. Hier gilt es, sich einmal zu informieren, wie die eigenen räumlichen Gegebenheiten, die Wissensarbeiter:innen sinnvoll unterstützen können.

Bei all den räumlichen Veränderungen sollten Mitarbeitende unbedingt miteinbezogen werden. Sie wissen um ihre Bedürfnisse am besten Bescheid und können zudem evaulieren, was sich ändern muss, um ihre Arbeit noch besser ausführen zu können. Dabei darf man das Büro für die Wissensarbeit in der heutigen Zeit keinesfalls als überflüssig erachten. Denn dann wird vergessen: auch die digitalen Formate haben ihre Grenzen. Das berufliche Miteinander und der Austausch face-to-face lässt sich nicht per Videochat ersetzen, so ist das Büro eben ein wesentlicher Faktor im Hinblick auf die Unternehmensidentität. 

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