Energiesparverordnung 2022: Umsetzung im Büro

Auch kleinere Stellschrauben tragen in der aktuellen Lage dazu bei, weniger abhängig von Russlands Gas zu werden. Um potenzielle Energie-Engpässe zu vermeiden, trat am 01. September eine Energiesparverordnung in Kraft. Diese bezieht sich vor allem auf öffentliche Gebäude, dabei kann auch in unseren Büros einiges getan werden.

Trends

Warum?

Die Senkung des Energieverbrauchs ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Das “Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft [...]” sei jetzt besonders wichtig, um Deutschlands Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu reduzieren, betont Wirtschaftsminister Robert Habeck (Quelle: Tagesschau). Nach Schätzungen der Regierung könnten die ab September geltenden Maßnahmen, zusammen mit der ab Oktober geltenden Verordnung, dazu beitragen, den Gasverbrauch um etwa zwei Prozent zu senken. 

Wann?

Bereits seit September gelten die ersten Maßnahmen der Energiesparverordnung. Ein weiteres Regelwerk, welches längerfristig gelten soll, wird nach der noch ausstehenden Zustimmung des Bundesrates, im Oktober in Kraft treten. Die jetztige Verordnung ist vorerst auf ein halbes Jahr beschränkt. Demnach gilt sie bis Ende Februar 2023. 

Wie?

Öffentliche Gebäude

Öffentliche Gebäude werden Beispielgeber in puncto Energiesparn. So sieht die Anfang September in Kraft getretene Verordnung vor, dass Durchgangsbereiche wie etwa Flure und Foyers, aber auch Technikräume nicht mehr geheizt werden. Ausnahme bilden sicherheitstechnische Gründe. Die Raumtemperatur bei vorwiegend sitzender und leichter Arbeit wird auf 19 Grad herabgesetzt. Räume, in denen Arbeiten vorwiegend im Stehen oder Gehen verrichtet werden, dürfen bis 18 Grad beheizt werden. 16 Grad gelten für Arbeitsräume mit mittelschweren Tätigkeiten und 12 Grad für körperlich schwere Arbeit. 

Diese Regelungen gelten nicht für Einrichtungen, in denen die Lufttemperatur unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit der sich dort aufhaltenden Personen hat. Dazu zählen etwa Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser oder soziale Einrichtungen wie Schulen und Kindertagesstätten.

Weiterhin wird verordnet, dass Boiler und Durchlauferhitzer nicht für die Warmwasserbereitung am Waschbecken genutzt werden. Ausnahmen gelten nur im Hinblick auf hygienische Vorschriften. Auch die Beleuchtung von Denkmälern und Gebäuden soll ausgeschaltet werden, wenn diese lediglich aus ästhetischen oder repräsentativen Gründen geschieht. Eine kurzzeitige Beleuchtung etwa bei Volksfesten oder Kulturveranstaltungen ist von dieser Regelung ausgenommen. 

Unternehmen 

Die Energiesparverordnung bezieht sich mit der Vorgabe der Raumtemperatur lediglich auf öffentliche Gebäude. Dennoch können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber nun auch rechtssicher weniger heizen, um Energie einzusparen. Dabei kann sich an den Raumtemperaturen öffentlicher Gebäude orientiert werden. Rechtlich gesehen müssen, die dort als maximal angegebenen Temperaturen im Büro jedoch mindestens herrschen. Das heißt: Mitarbeiter:innen, die vorwiegend Arbeit am Computer verrichten, sollten dies in einem Raum mit mindestens 19 Grad tun.

Privatpersonen

Private Pools, sowohl innen als auch außen, dürfen nicht mehr mit Strom und Gas beheizt werden. Die in Mietverträge festgeschriebene Mindesttemperatur wird vorübergehend ausgesetzt. Zudem müssen Mieter:innen frühzeitig über den zu erwartenden Energieverbrauch, die Kosten sowie potenzielle Einsparmöglichkeiten informiert werden. 

Weitere

Leuchtreklame und Werbetafeln, die nicht zur Verkehrssicherheit beitragen, werden von 22.00 Uhr abends bis 16.00 Uhr am folgenden Tag ausgeschaltet. Die Türen zu beheizten Geschäften dürfen ab sofort nicht mehr dauerhaft offen stehen, es sei denn, dies diene dem Offenhalten eines Fluchtweges. 

Kontrolle?

Zur Kontrolle werden laut der Verordnung keine besonderen Regelungen geschaffen. Letztlich ist es im Interesse aller Energie einzusparen. 

Längerfristige Maßnahmen

Stimmt der Bundesrat zu, so wird zum ersten Oktober ein weiteres Regelwerk zu längerfristigen Energiesparmaßnahmen in Kraft treten, welches dann für zwei Jahre gelten soll. Gebäudeeigentümer:innen mit Gasheizungen müssen demnach jährlich eine Heizungsprüfung machen. Zudem sollen ineffiziente Heizungspumpen ausgetauscht werden.

Kleine Taten große Wirkung – was wir alle tun können

Steckdosenleisten mit Schalter

Selbst im Standby-Modus benötigen laufende Elektrogeräte Strom. Bei Nichtnutzung empfiehlt es sich daher, die Geräte auszuschalten. Eine Steckdosenleiste mit Schalter bietet sich an dieser Stelle an, gerade über Nacht können so alle Geräte auf einmal nach dem Herunterfahren vom Strom getrennt werden. 

Tipp: Auch der WLAN-Router kann über Nacht ausgeschaltet werden. Dadurch sinkt nicht nur der Stromverbrauch, sondern auch die Umweltbelastung.

Tageslicht nutzen 

Wenn die Sonne scheint muss es Ihre Bürobeleuchtung in der Regel nicht. Ist das Tageslicht ausreichend und wird ein Blenden ausgeschlossen, sollte das Tageslicht genutzt werden. 

Richtig lüften

Bei der Kipp-Stellung dauert es wesentlich länger, bis sich die Luft im Raum erneuert. Stoßlüften ist hier deutlich effizienter als das Dauerlüften. Wichtig: während die Fenster komplett geöffnet sind, sollte die Heizung heruntergedreht werden. 

Hände kalt waschen

Sehr einfach, aber auch effektiv ist das Händewaschen mit kaltem Wasser. Mit sogenannten Durchflussbegrenzern kann zusätzlich Wasser gespart werden.

Beleuchtung

Indem die Beleuchtung an Bewegungsmelder angeschlossen wird, werden die Lampen nur nach Bedarf eingeschaltet. LED Leuchten sind ebenfalls energiesparender in der Verwendung als herkömmliche Glühbirnen. 

Unsere Empfehlung: Generell sollte nur so viel Licht angeschaltet werden, wie auch benötigt wird. Stehen Räume leer, müssen diese nicht beleuchtet werden. Langfristig kann zudem Energie gespart werden, indem einzelne Arbeitsplätze individuell beleuchtet werden und nicht der vollständige Raum.  

Standby statt Bildschirmschoner und weitere PC-Tipps

Sie müssen Ihren Arbeitsplatz kurz verlassen? Nutzen Sie für diesen Fall besser den Standby-Modus anstatt zu warten bis der Bildschirmschoner einsetzt. Dies wirkt sich positiv auf den Stromverbrauch aus. Auch das Senken der Bildschirmhelligkeit vermindert den Energieverbrauch. Programme und Tabs, die nicht mehr genutzt werden, sollten geschlossen werden. Hinzukommt, dass Tower-PCs mehr Energie verbrauchen als Laptops. Auf lange Sicht könnte hier also auch umgedacht werden. 

Raumtemperatur

Auch im Hinblick auf die Raumtemperatur kann einiges an Energie gespart werden. Weder Klimaanlage noch die Heizung müssen voll aufgedreht werden. Mit Beginn des Herbstes ließe sich beispielsweise einfach noch eine Strickjacke mit an den Arbeitsplatz nehmen. Mehr zum Thema Klima im Büro gibt es übrigens hier.
 

Was BOS außerdem tut

Mit unserer Solaranlage auf dem Dach unseres Standorts in Wiehl produzieren wir an guten Tagen bereits mehr Energie als wir verbrauchen können. Damit ist BOS nahezu autark. Auch Elektroautos können von unserem eigenen Strom aufgeladen werden. Hinzukommt, dass wir nachts die Lichter auslassen. Selbstverständlich muss die Sicherheitsbeleuchtung gewährt bleiben, ebenso wie die Beleuchtung von Notausgängen, ansonsten bleibt es bei uns nach Feierabend aber dunkel.

  • BOS Büro- und Objekteinrichtungen GmbH
    BOS Büro- und
    Objekteinrichtungen GmbH
  • BOS Büro- und Objekteinrichtungen GmbH
    BOS Büro- und
    Objekteinrichtungen GmbH
  • BOS Raum3 GmbH
    BOS
    Raum3 GmbH