Dresscode-Debatte: Wann und wo macht eine Kleiderordnung Sinn?

In den meisten Branchen gibt der Arbeitgeber eine bestimmte Kleiderordnung vor. Für viele Berufe ist dies auch durchaus sinnvoll. Man denke an Polizistinnen, Ärtztinnen oder weitere Arbeiten, die einer Schutzkleidung bedürfen. Auch Kellnerinnen oder Flugbegleiterinnen tragen ihre jeweilige Uniform. Wie sieht es aber aus mit Angestellten in Büro oder Agentur? Wann und wo macht ein Dresscode wirklich Sinn?

Trends

Anzug und Kostüm?

Dass die oben genannten Berufe nicht frei in ihrer Kleiderwahl sind ist natürlich geläufig. Aber auch zahlreiche Institutionen geben einen Dresscode vor. Der fällt in einigen Branchen noch immer recht streng und mitunter auch konservativ aus. Bankangestellte werden wohl auch in Zukunft nicht auf Kostüm und Krawatte verzichten können. Dasselbe gilt für Versicherungsvertreterinnen und Co. Traditionelle Unternehmen mit strengen Hierarchien bedienen sich ebenfalls meist Anzug und Kostüm. So wird der Anzug von vielen noch immer als Machtsymbol wahrgenommen.

Individualität im Trend

Vor allem Start-ups widersetzen sich der „Kleider machen Leute“-Mentalität. Mode ist hier vielmehr Mittel zur Selbstdarstellung. Wer bin ich und wenn ja wie viele quasi. Ich trage was mir gefällt und was mich als Person widerspiegelt, nicht meinen Titel. Die Start-up Szene ist geprägt von jungen Menschen, die ihren frischen Unternehmergeist nach außen tragen möchten. Ihr Spirit lässt sich nicht gerne in Kostüme zwängen.

 

Kleider machen Leute

Je höher die Führungsebene, desto strenger die Kleidungsetikette könnte man meinen. Vor allem CEOs und Vorstandsmitglieder sind selten ohne Anzug anzutreffen. Hier und da wird zwar mal die Krawatte weggelassen, aber Mark Zuckerbergs Hoodie-Mentalität scheint zumindest noch nicht überall aus dem Silicon Valley nach Deutschland geschwappt zu sein. Das ist auch grundsätzlich richtig. Denn mit dem was wir tragen, verkörpern wir nicht nur uns selbst, sondern repräsentieren auch unmittelbar das Unternehmen. Wenn die Führungsetage plötzlich in Shorts und Sandalen zur Arbeit erscheint, könnte das für Verwirrung sorgen und bei Außenstehenden einen nicht gerade seriösen Eindruck erwecken.

Womit wir schon beim wohl wichtigsten Punkt sind. Jeder Mitarbeiter repräsentiert mit seinem Auftreten das Unternehmen. Die Qualität dieses Auftretens wird vom Kunden auf die zu erwartende Qualität des Produktes oder der Dienstleistung projiziert. Dies sollte jeder Mitarbeiter mit Kundenkontakt verinnerlichen. Bereits die ersten Sekunden eines Aufeinandertreffens entscheiden über Sym- oder Antipathie. Vermittelt der Mitarbeiter jedoch einen guten ersten Eindruck, wird auch das darauffolgende Gespräch erfolgreicher verlaufen. 

Gute Kleidung ist letztlich also nichts anderes als gutes Marketing.

Und im Büro?

Dass der Vertrieb und Mitarbeiterinnen mit engem Kundenkontakt automatisch einem Dresscode unterliegen (nämlich Angemessenheit) ist also klar. Aber was ist mit Arbeitnehmerinnen, die wirklich nur in Büro oder Agentur agieren? Oft herrscht hier dennoch eine Kleiderordnung, um auch beim alltäglichen Arbeiten die Unternehmensmentalität zu verkörpern. Dieser Dresscode kann einer Kategorie wie Business Attire, Smart Casual, etc. angehören. Es kann aber auch vorkommen, dass der Dresscode nicht explizit ausgesprochen wird. Hier gilt es, sich an Kolleginnen zu orientieren, um dennoch ins Gesamtbild des Unternehmens zu passen. Im Finanzwesen sollte man in diesem Fall wohl eher zu Hosenanzug und Bluse greifen, bei kreativen Start-ups liegt man auch mit Jeans und Pulli nicht falsch. Grundsätzlich gilt, wie im Kundengespräch auch, der Kodex der Angemessenheit.

Wo ein Dresscode Sinn macht

Ein Dresscode macht überall dort Sinn, wo Mitarbeiterinnen das Unternehmen gegenüber einem Drittem repräsentieren sollen. Vor allem im Vertrieb, in Beratung und Co. Die Wahl des Dresscodes und die Strenge der Kleiderordnung hängt dabei von der Branche, aber auch vom einzelnen Unternehmen ab. Ob eine Kleiderordnung im Büro eingeführt wird, bleibt letztlich der Führungsetage überlassen. Grundsätzlich gilt aber auch hier ein indirekter Dresscode: innerhalb der Norm ist alles erlaubt. Die Norm fällt bei einem jungen Unternehmen eben anders aus als bei einem traditionellen eher konservativen. Bei Unsicherheiten kann man sich gut an der weiteren Belegschaft oder gegebenenfalls der Führungsebene orientieren. Wo liegen die Grenzen des Unternehmens? Eine freie Wahl der Kleidung erfordert immer auch ein gutes Einfühlungsvermögen seitens der Mitarbeiter. Das gilt für das Start-up in der Kreativbranche genauso wie für das Finanzgewerbe. Für beide heißt es aber auch: wer einen Termin beim Kunden hat, muss sich angemessen kleiden. Der Fokus liegt hier darauf, den Erwartungen des Kunden zu entsprechen und das Unternehmen bestmöglich zu repräsentieren. Dafür können Jeans und Hoodie auch mal im Schrank bleiben.

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